Candlesticks

Candlesticks (auch bekannt als Kerzencharts) gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der technischen Analyse und werden von Tradern weltweit genutzt, um Preisbewegungen schnell und intuitiv zu erfassen.

Jede Kerze stellt einen bestimmten Zeitraum dar und besteht aus vier zentralen Informationen: dem Eröffnungskurs (Open), dem Schlusskurs (Close) sowie dem Hoch (High) und dem Tief (Low), zusammengefasst als OHLC-Daten bezeichnet.

Der Kerzenkörper zeigt die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs, während die Dochte (oder Schatten) die Extrempunkte der Bewegung abbilden.

Grüne Kerzen signalisieren steigende Kurse, rote fallende Kurse. Durch die Abfolge vieler Kerzen lassen sich Trends, Umkehrpunkte und Marktstimmungen erkennen, was Candlesticks zu einem unverzichtbaren Bestandteil vieler Handelsstrategien macht.

Heikin-Ashi-Kerzen

Heikin-Ashi-Kerzen sind eine spezielle Weiterentwicklung der klassischen Candlesticks. Der Begriff „Heikin Ashi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet sinngemäß „durchschnittlicher Balken“.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kerzen basieren Heikin-Ashi-Kerzen nicht ausschließlich auf den Rohdaten des jeweiligen Zeitintervalls, sondern verwenden berechnete Durchschnittswerte aus der vorherigen Kerze. Dadurch entstehen geglättete Kursverläufe, die Trends klarer darstellen und Marktrauschen reduzieren.

Optisch unterscheiden sich Heikin-Ashi-Kerzen deutlich: In starken Aufwärtstrends erscheinen häufig viele aufeinanderfolgende grüne Kerzen ohne untere Dochte, während Abwärtstrends durch rote Kerzen ohne obere Dochte gekennzeichnet sind.

Der große Vorteil liegt darin, dass Trends leichter erkannt und länger verfolgt werden können. Der Nachteil ist jedoch, dass exakte Eröffnungs- und Schlusskurse nicht mehr direkt ablesbar sind, da es sich um berechnete Werte handelt.

Heikin Ashi vs. Candlesticks

Während klassische Candlesticks jede Marktbewegung unverfälscht darstellen, filtern Heikin-Ashi-Kerzen kurzfristige Schwankungen heraus. Das macht sie besonders beliebt bei trendfolgenden Strategien.

Klassische Kerzen eignen sich besser für präzises Timing und das Erkennen einzelner Preisformationen, während Heikin Ashi vor allem für das Erkennen und Bestätigen übergeordneter Trends genutzt wird. Viele Trader kombinieren daher beide Darstellungsformen, um sowohl Klarheit im Trend als auch Genauigkeit im Einstieg zu erreichen.

Heikin Ashi als Indikator

Die Trading-Plattform gravitrade bietet einen Heikin-Ashi-Indikator, der über die reine Darstellung hinausgeht und gezielt Handelssignale generiert. Grundlage ist das Zählen einer vom Nutzer konfigurierbaren Anzahl aufeinanderfolgender positiver oder negativer Heikin-Ashi-Kerzenkörper. Wird dieser Schwellenwert erreicht, erzeugt der Indikator ein entsprechendes Kauf- oder Verkaufssignal.

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass der Indikator ausschließlich die Richtung der Kerzenfolge berücksichtigt, nicht jedoch die Stärke des zugrunde liegenden Trends. Ob sich der Markt dynamisch bewegt oder lediglich langsam in eine Richtung driftet, fließt nicht in die Signalberechnung ein.

Genau aus diesem Grund wird der Heikin-Ashi-Indikator meist nicht isoliert eingesetzt, sondern in Kombination mit anderen Indikatoren, die zusätzliche Informationen zur Trendstärke und Volatilität liefern und so schwache Marktphasen herausfiltern.

Fazit

Heikin-Ashi-Kerzen sind ein wirkungsvolles Instrument, um Trends klarer zu erkennen und Marktrauschen zu reduzieren.

Der Heikin-Ashi-Indikator von gravitrade erweitert dieses Konzept sinnvoll, indem er auf Basis einer konfigurierbaren Anzahl gleichgerichteter Kerzen die Trendrichtung erkennt und automatische Handelssignale erzeugt.

Richtig eingesetzt, hilft der Indikator dabei, Trends konsequenter zu handeln und subjektive Fehlentscheidungen zu vermeiden. Wie bei allen technischen Werkzeugen gilt jedoch: Der größte Nutzen entsteht in Kombination mit weiteren Analyseansätzen und einem soliden Risikomanagement.