Einführung
Der Handelsstart an der Nasdaq ist für Freitag, den 12. Juni 2026 geplant. Ausgabepreis: 135 US-Dollar je Aktie. Angestrebte Bewertung: rund 1,75 Billionen US-Dollar. Ticker: SPCX.
Zum Vergleich: Saudi Aramco hielt bisher mit 29,4 Milliarden US-Dollar Emissionsvolumen den Rekord [1]. SpaceX will rund 75 Milliarden US-Dollar einsammeln und würde das damit klar übertreffen [2]. WKN: A42D4F, ISIN: US84615Q1031.
Wichtiger Hinweis: Alle Finanzdaten stammen aus dem S-1-Prospekt, den SpaceX am 20. Mai 2026 bei der SEC eingereicht hat [3]. Bewertungen und Markteinschätzungen können sich täglich ändern. Stand: Juni 2026.
Was im S-1-Prospekt steht
Am 20. Mai 2026 veröffentlichte SpaceX seinen Börsenprospekt (S-1) bei der US-Börsenaufsicht SEC. Erstmals sind damit die Finanzzahlen öffentlich.
SpaceX ist kein einzelnes Unternehmen mehr. Im Februar 2026 fusionierte SpaceX mit xAI, Elon Musks KI-Startup und Entwickler des Grok-Chatbots, in einem All-Share-Deal bei einer xAI-Bewertung von 250 Milliarden US-Dollar [4]. Mit der Vollintegration am 6. Mai 2026 verschwand xAI als eigenständige Einheit. Grok und X (ehemals Twitter) sind seitdem Teil der SpaceXAI-Division. Zuvor hatte xAI bereits im März 2025 das soziale Netzwerk X in einer All-Stock-Transaktion übernommen.
Wer SPCX kauft, kauft drei Geschäftsmodelle auf einmal. Alle Zahlen aus dem S-1-Prospekt, SEC EDGAR, eingereicht 20. Mai 2026 [3]:
| Segment | Umsatz 2025 | Ergebnis 2025 | Status |
| Connectivity (Starlink) | 11,4 Mrd. USD | +4,4 Mrd. operativ | Profitabel |
| Space (Raketen/Falcon) | 4,09 Mrd. USD | -657 Mio. operativ | Verlust |
| AI (xAI + X + Grok) | 3,2 Mrd. USD | -6,35 Mrd. operativ | Hoher Verlust |
| Gesamt | 18,7 Mrd. USD | -4,94 Mrd. Netto | Verlust |
Starlink
Starlink erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden US-Dollar, rund 61 Prozent des Konzernumsatzes, und war der einzige Bereich mit operativem Gewinn [5]. Über zehn Millionen Nutzer in mehr als 160 Ländern zahlen Abo-Gebühren.
Zwischen 2024 und 2025 stieg das bereinigte EBITDA um 86 Prozent, während sich die Abonnentenzahl verdoppelte [6]. Im ersten Quartal 2026: 3,26 Milliarden Umsatz bei 1,19 Milliarden operativem Gewinn.
Das profitable Starlink-Segment finanziert die KI-Verluste. 2025 flossen 12,7 Milliarden Dollar in KI-Forschung und Entwicklung, allein im ersten Quartal 2026 waren es 7,7 Milliarden Dollar bei einem Quartalsgesamtumsatz von 4,69 Milliarden Dollar [4].
Die Bewertungsfrage
Hier sind sich die Analysten uneinig.
Morningstar kommt auf einen fairen Wert von rund 780 Milliarden US-Dollar, das sind 55 Prozent unter dem IPO-Ziel [7]. Analyst Nicolas Owens rechnet mit abgezinsten Zahlungsströmen: Kerngeschäft und Starlink zusammen ergeben rund 611 Milliarden US-Dollar.
Morningstar taxiert das optimistischste Szenario mit orbitalen Rechenzentren auf 1,3 Billionen US-Dollar, gibt ihm aber nur 7 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit [7]. Gemeint ist damit Server-Infrastruktur, die SpaceX mit Starship in die Erdumlaufbahn bringt und über das Starlink-Netz anbindet. Die Idee hat zwei konkrete Vorteile.
Erstens Kühlung: Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen können Wärme direkt ins Weltall abstrahlen, ohne Kühlwasser oder Klimaanlagen. Rechenzentren auf der Erde verbrauchen je nach Standort zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Energie allein dafür [7]. Im Orbit entfällt das vollständig.
Zweitens Energie: In einer sonnensynchronen Umlaufbahn empfangen Solarmodule nahezu unterbrechungsfreies Sonnenlicht. Laut einer Analyse des Startups Starcloud liegt der Kapazitätsfaktor von Solaranlagen im Orbit bei über 95 Prozent, verglichen mit durchschnittlich 24 Prozent bei Solarfarmen auf der Erde. Die Spitzenleistung ist durch fehlende Atmosphärenverluste rund 40 Prozent höher, was bedeutet, dass dieselbe Solaranlage im Orbit mehr als fünfmal so viel Energie liefert wie auf der Erde. Für Rechenzentren, die heute zu den größten Stromverbrauchern überhaupt zählen, wäre das strukturell ein anderes Kostenmodell.
Dem gegenüber stehen aber einige Hürden. Jedes Kilogramm Nutzlast kostet auch mit Starship noch tausende Dollar. Wartung und Hardware-Austausch im Orbit sind entweder unmöglich oder extrem teuer. Kosmische Strahlung beschädigt Halbleiter schneller als auf der Erde. Und die Latenz zu bodennahen Anwendungen ist trotz Starlink höher als bei klassischen Rechenzentren in Ballungsräumen. Für Anwendungen wie KI-Training, das keine Echtzeit-Anbindung braucht, könnte das aber trotzdem funktionieren.
Michael Burry, bekannt durch die Finanzkrise 2008, vergleicht die aktuelle Welle großer KI- und Tech-Börsenghänge mit der Dotcom-Blase um das Jahr 2000 und sieht in den IPO-Unterlagen keine Rechtfertigung für eine Bewertung von ein bis zwei Billionen Dollar [8].
Auf der anderen Seite: Im Mai 2026 schloss SpaceX einen Compute-Vertrag mit Anthropic über monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar ab, was reales externes Umsatzpotenzial für die KI-Infrastruktur belegt [4].
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt über 90 [9]. Nvidia, das aktuell wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, kommt bei nachgewiesener Profitabilität auf deutlich niedrigere Multiples.
Governance
Musk hält rund 42 Prozent der Aktien, aber 85,1 Prozent der Stimmrechte [10]. SpaceX gilt nach dem Börsengang als kontrolliertes Unternehmen.
Öffentliche Aktionäre erwerben wirtschaftliche Beteiligung, aber keine strategische Mitsprache.
Im S-1 werden Musks politische Aktivitäten und seine Führungsrolle bei Tesla, X, xAI, Boring Company und Neuralink explizit als Risikofaktor benannt: Interessenkonflikte, Zeitmanagement und Reputationsrisiken sind offiziell dokumentiert [4].
Wie man als Anleger teilnehmen kann
Zeichnung vor dem 12. Juni (nur Deutschland)
Trade Republic wird Vertriebspartner für Privatanleger. Ab dem 6. Juni 2026 können Anleger IPOs direkt über die App zeichnen, zum offiziellen Ausgabepreis [11]. Bisher war Trade Republic ein reiner Sekundärmarkt-Broker.
Bei den meisten IPOs werden fünf bis zehn Prozent der Aktien für Privatanleger reserviert. Bei SpaceX sollen es bis zu 30 Prozent sein [12].
Österreich-Hinweis: Die Zeichnungsangebote von Trade Republic, Flatex und DEGIRO sind in Österreich nicht verfügbar. Der SpaceX-IPO-Vertrieb scheint ausschließlich in Deutschland zugelassen zu sein [13]. Österreichische Anleger können ab dem ersten Handelstag kaufen.
Eine Zuteilung ist nicht garantiert. Bei hoher Nachfrage gibt es möglicherweise nur einen Bruchteil der gewünschten Aktien. Zeichne nur, was du im schlimmsten Fall auch vollständig in diese eine Aktie investiert haben willst [11].
Kauf ab dem 12. Juni
Ab dem ersten Handelstag ist SPCX über alle Broker mit Nasdaq-Zugang handelbar: Trade Republic, Scalable Capital, flatex, DEGIRO, Smartbroker+ und andere. Der Kauf erfolgt zum dann gültigen Marktpreis, der vom Ausgabepreis abweichen kann.
Wer die ersten Handelstage bewusst abwartet, lässt die stärksten Kursschwankungen hinter sich [9]. Nach einigen Wochen liegen echte Preisdaten vor, auf deren Basis sich Trendfolge-, Breakout- oder Mean-Reversion-Strategien entwickeln und backtesten lassen. Wie das konkret funktioniert, zeigt der gravitrade-Artikel
Trading-Strategien für Einsteiger.
Tipp: Sobald SPCX einige Wochen notiert, kannst du im
gravitrade Strategie-Editor auf Basis echter Kursdaten eine eigene Strategie entwickeln, backtesten und für Live-Signale aktivieren.
Was vor einer Entscheidung auf dem Tisch liegt
SpaceX erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar [6], schloss aber mit einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar ab [5]. Das KI-Segment verlor allein 6,35 Milliarden Dollar operativ. Im ersten Quartal 2026 weitete sich der operative Verlust auf 1,9 Milliarden Dollar aus.
Starlink wächst stark und ist profitabel. Ob und wann das KI-Segment diese Verluste dreht, ist die eigentliche Wette hinter der Bewertung von 1,75 Billionen Dollar.
Marktbeobachter rechnen mit starken Kursausschlägen in den ersten Handelstagen [9]. Wer den ersten Handelstag nicht braucht, hat bei einem so stark diskutierten Börsengang oft die Möglichkeit, zu ruhigeren Kursen einzusteigen.
Häufige Fragen
Wann ist der SpaceX Börsengang?
SpaceX startet am 12. Juni 2026 den Handel an der Nasdaq. Der Ausgabepreis liegt bei 135 US-Dollar je Aktie. Der Ticker lautet SPCX, WKN A42D4F, ISIN US84615Q1031.
Kann ich als Österreicher am SpaceX IPO teilnehmen?
Die Zeichnung vor dem Börsengang ist in Österreich aktuell nicht verfügbar. Trade Republic und Flatex bieten den IPO-Zugang nur für deutsche Konten an. Ab dem 12. Juni kaufst du SPCX wie jede andere US-Aktie über deinen Broker.
Was ist in der SpaceX Aktie enthalten?
SPCX umfasst drei Geschäftsbereiche: SpaceX mit Raketenstart und dem Satellitennetz Starlink, xAI mit dem KI-Chatbot Grok sowie X, das frühere Twitter. xAI und X wurden 2025 bzw. 2026 in den Konzern integriert.
Verdient SpaceX Geld?
Starlink ist profitabel und erwirtschaftete 2025 einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Der Gesamtkonzern schloss 2025 wegen hoher KI-Investitionen mit einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar ab.
Wie kann ich eine Trading-Strategie für SPCX entwickeln?
Sobald SPCX einige Wochen an der Börse notiert, stehen echte Kursdaten zur Verfügung. Im gravitrade Strategie-Editor kannst du Trendfolge-, Breakout- oder Mean-Reversion-Strategien direkt auf SPCX aufsetzen, backtesten und für Live-Signale aktivieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Artikel Trading-Strategien für Einsteiger in unserem Blog.