Überblick

Infineon Technologies (XETRA: IFX) ist nach Umsatz Europas größter Halbleiterhersteller und hat im Sommer 2026 eine Kursachterbahn hinter sich: Von rund 39 EUR Anfang März stieg die Aktie auf ein Rekordhoch von 88 EUR (Schlusskursbasis) Anfang Juni – getragen von der Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren – und verlor anschließend im branchenweiten Ausverkauf rund ein Drittel ihres Wertes; zuletzt bremste eine Abstufung durch Morgan Stanley den Erholungsversuch. Operativ lieferte der Konzern gleichzeitig ein Rekordquartal mit 4,17 Mrd. EUR Umsatz und hob die Jahresprognose an. Die zentrale Frage dieser Analyse: Hat die Korrektur den Bewertungsaufschlag der KI-Story abgebaut, oder bleibt die Aktie nach Kennzahlen teuer?
Diese Analyse wertet die aktuellen Fundamentaldaten systematisch aus und berechnet drei unabhängige Scores: den Piotroski F-Score, den Levermann Score sowie einen eigenen Value-Score. Das Ergebnis dieser drei Perspektiven mündet in einer datenbasierten Tendenzaussage.
Wichtiger Hinweis: Diese Analyse wurde automatisiert auf Basis von Fundamentaldaten erstellt und stellt keine Anlageberatung dar. Die verwendeten Fundamentaldaten basieren auf dem zuletzt verfügbaren Quartalsbericht (5. August 2026, Q3 des Geschäftsjahres 2026 per 30. Juni 2026). Kurse und Kennzahlen können sich bis zum Zeitpunkt des Lesens verändert haben. Alle Kursangaben in EUR.

Infineon auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Bewertungskennzahlen zusammen (Fundamentaldaten Stand Q3 GJ 2026, Kurse Stand September 2026). Das Geschäftsjahr von Infineon endet jeweils am 30. September.
KennzahlWert
Kurs (Referenz, September 2026)~58,51 EUR
Marktkapitalisierung76,18 Mrd. EUR
Unternehmenswert (EV)81,37 Mrd. EUR
KGV nachlaufend (TTM, IFRS)63,6 (bereinigtes EPS: 39,8)
KGV erwartet (GJ 2026e, bereinigt)33,8
Kurs-Buchwert-Verhältnis4,37
Kurs-Umsatz-Verhältnis4,89
EV/EBITDA21,6
Dividende nachlaufend0,35 EUR (~0,60 % Rendite)
Dividende erwartet (GJ 2026e)mindestens 0,35 EUR (Dividendenpolitik)
Ex-Dividende-Datum20. Februar 2026

Unternehmensüberblick

Infineon Technologies mit Sitz in Neubiberg bei München beschäftigt rund 57.000 Mitarbeiter und ist laut Marktforscher Omdia die Nummer eins bei Leistungshalbleitern und seit 2024 auch bei Mikrocontrollern. Bis zum Ende des dritten Quartals berichtete der Konzern in vier Segmenten: Automotive (Mikrocontroller, Leistungs- und Sensorchips für Fahrzeuge; rund die Hälfte des Umsatzes), Power & Sensor Systems (Stromversorgung für Rechenzentren, Consumer- und Industrieanwendungen), Green Industrial Power (Leistungselektronik für Energieinfrastruktur, Antriebe und erneuerbare Energien) sowie Connected Secure Systems (Sicherheitscontroller, Konnektivität). Seit 1. Juli 2026 gilt eine neue Struktur mit den drei Divisionen Automotive, Power Systems und Edge Systems. Der wichtigste Absatzmarkt ist Greater China mit rund 40 % des Umsatzes.
Strategisch hat sich der Schwerpunkt innerhalb von zwei Jahren verschoben: Aus dem zyklischen Auto- und Industriezulieferer ist der führende Anbieter von Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren geworden. Der Umsatz in diesem Bereich hat sich im Geschäftsjahr 2025 auf über 700 Mio. EUR nahezu verdreifacht, für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management mehr als 1,6 Mrd. EUR und für 2027 mindestens 2,5 Mrd. EUR – eine Zahl, die im November noch deutlich angehoben werden soll. Führende Kunden aus dem KI-Ökosystem haben mehrjährige Kapazitätsreservierungen im hohen einstelligen Milliardenbereich abgeschlossen oder verhandeln darüber. Parallel eröffnete Infineon im Sommer 2026 die Smart Power Fab in Dresden, die größte Fabrik für Leistungshalbleiter weltweit, und schloss im Juli die Übernahme des Sensorportfolios von ams OSRAM ab. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei knapp 30 Mrd. EUR.

Fundamentalanalyse

Gewinn- und Verlustrechnung (GJ 2025 / TTM per Q3 GJ 2026)
Das Geschäftsjahr 2025 (per 30. September 2025) war ein Übergangsjahr: Der Umsatz sank um 2 % auf 14,66 Mrd. EUR, das Segmentergebnis um 18 % auf 2,56 Mrd. EUR (Marge 17,5 %), der Konzerngewinn auf 1,02 Mrd. EUR (EPS 0,77 EUR; bereinigt 1,39 EUR). Seither hat sich das Bild gedreht: Auf Basis der letzten vier Quartale beträgt der Umsatz 15,59 Mrd. EUR, das Segmentergebnis 2,82 Mrd. EUR (Marge 18,1 %) und der Konzerngewinn 1,21 Mrd. EUR (EPS 0,92 EUR; bereinigt 1,47 EUR). Das dritte Quartal 2026 brachte mit 4,17 Mrd. EUR den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte (+13 % gegenüber Vorjahr) bei einer Segmentergebnis-Marge von 19,1 %; für das Schlussquartal werden rund 4,7 Mrd. EUR Umsatz und rund 23 % Marge erwartet, für das Gesamtjahr rund 16,3 Mrd. EUR (+11 %). Der Unterschied zwischen IFRS-EPS und bereinigtem EPS erklärt sich vor allem aus Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen (rund 400 Mio. EUR pro Jahr, im Wesentlichen Cypress und Marvell Automotive Ethernet) und aktienbasierter Vergütung.
GeschäftsjahrUmsatzNettoergebnisEPS
202111,06 Mrd. EUR+1,17 Mrd. EUR+0,85 EUR
202214,22 Mrd. EUR+2,18 Mrd. EUR+1,66 EUR
202316,31 Mrd. EUR+3,14 Mrd. EUR+2,39 EUR
202414,96 Mrd. EUR+1,30 Mrd. EUR+0,98 EUR
202514,66 Mrd. EUR+1,02 Mrd. EUR+0,77 EUR
Geschäftsjahr jeweils 1. Oktober bis 30. September. Nettoergebnis = Ergebnis nach Steuern inklusive nicht fortgeführter Aktivitäten; EPS unverwässert. Quelle: Infineon Geschäftsberichte und Ergebnismitteilungen.
Bilanz und Verschuldung
Die Bilanz ist solide: Bei einer Bilanzsumme von 31,66 Mrd. EUR (30. Juni 2026) beträgt das Eigenkapital 18,02 Mrd. EUR, die Eigenkapitalquote 56,9 %. Den Bruttofinanzschulden von 6,84 Mrd. EUR stehen liquide Mittel von 1,66 Mrd. EUR gegenüber – die Nettoverschuldung von 5,19 Mrd. EUR entspricht dem 1,4-Fachen des EBITDA und ist Folge der Übernahme des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell (2,18 Mrd. EUR, August 2025). Der Verschuldungsgrad (Debt/Equity) liegt bei 0,38, die Liquidität dritten Grades bei 1,73. Zu beachten ist der hohe Goodwill von 8,08 Mrd. EUR, der 45 % des Eigenkapitals ausmacht.
Cashflow
Der operative Cashflow der letzten zwölf Monate beträgt 3,35 Mrd. EUR, die Investitionen 2,09 Mrd. EUR. Der berichtete Free Cashflow ist mit −0,94 Mrd. EUR negativ, weil die Marvell-Übernahme im Zwölfmonatszeitraum enthalten ist; ohne diesen Effekt ergibt sich ein Free Cashflow von rund 1,24 Mrd. EUR. Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Management einen bereinigten Free Cashflow von rund 1,85 Mrd. EUR in Aussicht (rund 11 % des Umsatzes), was einer FCF-Rendite von lediglich ~2,4 % auf die Marktkapitalisierung entspricht. Die Investitionen wurden wegen der KI-Nachfrage auf rund 2,7 Mrd. EUR erhöht.

Dividende 2026

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Infineon eine unveränderte Dividende von 0,35 EUR je Aktie (Ex-Datum: 20. Februar 2026; Gesamtausschüttung rund 456 Mio. EUR). Bezogen auf das bereinigte EPS von 1,39 EUR entspricht das einer Ausschüttungsquote von 25 %, auf den aktuellen Kurs bezogen einer Dividendenrendite von nur rund 0,60 %. Die Dividendenpolitik sieht vor, Aktionäre angemessen an der Geschäftsentwicklung zu beteiligen und auch bei stagnierenden oder rückläufigen Gewinnen mindestens eine unveränderte Dividende zu zahlen. Angesichts des erwarteten Gewinnsprungs im Geschäftsjahr 2026 ist eine Erhöhung plausibel, eine belastbare Konsensschätzung liegt jedoch nicht vor. Infineon ist damit ein Wachstums- und kein Dividendenwert.
Ex-DatumDividende
Februar 20260,35 EUR
Februar 20250,35 EUR
Februar 20240,35 EUR
Februar 20230,32 EUR
Februar 20220,27 EUR

Technische Analyse

Der Dreijahreschart zeigt zwei Jahre Seitwärtsbewegung zwischen 25 und 40 EUR, gefolgt von einer explosiven Aufwärtsphase ab Herbst 2025: Vom 52-Wochen-Tief bei 30,82 EUR (September 2025) stieg der Kurs bis Anfang Juni 2026 auf ein Allzeithoch von 88,83 EUR. Seither ist die Aktie im branchenweiten Ausverkauf um 34 % auf ~58,51 EUR gefallen; ein Erholungsversuch bis 60,80 EUR am 7. September wurde tags darauf von der Abstufung durch Morgan Stanley gebremst. Der Kurs notiert deutlich unter dem fallenden 50-Tage-Durchschnitt (64,27 EUR), aber über dem weiter steigenden 200-Tage-Durchschnitt (53,32 EUR), der Anfang September erfolgreich getestet wurde. Auf Jahressicht steht trotz der Korrektur ein Plus von 83 %, auf Sechsmonatssicht von 50 %; die Volatilität ist mit 33 % (1 Jahr) ausgesprochen hoch.
Infineon Aktie Kursverlauf mit 50-Tage-SMA und 200-Tage-SMA
Der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 53 EUR ist die entscheidende Unterstützung: Ein nachhaltiger Bruch würde den seit Herbst 2025 laufenden Aufwärtstrend beenden. Darunter liegt die nächste Zone um das März-Niveau von 44 EUR. Auf der Oberseite bildet der fallende 50-Tage-Durchschnitt um 64 EUR den ersten Widerstand.

Piotroski F-Score: 4 von 9

Der Piotroski F-Score bewertet die finanzielle Stärke eines Unternehmens anhand von neun binären Kriterien aus drei Kategorien. Werte von 7–9 gelten als stark, 4–6 als neutral bis solide, 0–3 als schwach. Berechnungsbasis sind die Jahresabschlüsse der Geschäftsjahre 2025 und 2024 (jeweils per 30. September).
KriteriumErgebnisPunkte
ROA positiv (3,4 %)Ja+1
Operativer Cashflow positiv (3,22 Mrd.)Ja+1
ROA-Verbesserung (GJ 2024: 4,6 % → GJ 2025: 3,4 %)Nein0
Cashflow-Qualität (OCF > Nettoergebnis)Ja (3,22 Mrd. > 1,02 Mrd.)+1
Rückgang der langfristigen VerschuldungNein (Anstieg von 15,1 % auf 19,0 % der Bilanzsumme)0
Verbesserung Current RatioNein (1,90 → 1,70)0
Keine Verwässerung (Aktienanzahl)Ja (1.301 Mio. Aktien unverändert)+1
Bruttomargen-Verbesserung (41,8 % → 39,2 %)Nein0
Asset-Turnover-Verbesserung (0,52 → 0,50)Nein0
Gesamt4 / 9
Bewertung: Der Score von 4/9 spiegelt das zyklische Abschwungjahr 2025 wider: Infineon war durchgehend profitabel, erwirtschaftete das Dreifache des Gewinns als operativen Cashflow und verwässerte seine Aktionäre nicht. Die fünf Nullpunkte gehen auf rückläufige Margen, sinkende Kapitalrendite und die schuldenfinanzierte Marvell-Übernahme zurück. Der Blick auf die laufende Erholung (Bruttomarge Q3 2026: 40,8 %, Segmentergebnis-Marge 19,1 %) deutet darauf hin, dass mehrere dieser Kriterien im Geschäftsjahr 2026 wieder drehen dürften – bewertet wird jedoch der abgeschlossene Jahresvergleich.

Levermann Score: 0 von 13

Der Levermann Score bewertet 13 Kriterien nach der Methode der ehemaligen Fondsmanagerin Susan Levermann. Für Large Caps (DAX, MDAX) gilt: ≥ 4 Punkte = Kaufen, 3 = Halten, ≤ 2 = Verkaufen.
KriteriumWertPunkte
L1: Eigenkapitalrendite (ROE)6,9 % (TTM)-1
L2: EBIT-Marge12,1 % (TTM, IFRS-Betriebsergebnis)+1
L3: Eigenkapitalquote56,9 %+1
L4: KGV 5J-Durchschnitt***0 neg. EPS-Jahre / Ø KGV 33,8-1
L5: KGV forward33,8 (GJ 2026e, bereinigt)-1
L6: Analystenmeinungen (konträr)*79 % Kaufen → Ø 1,2-1
L7: Kursreaktion auf Quartalszahlen-3,2 % (Ø 3 Quartale)-1
L8: Gewinnrevision**Gemischt (GJ 2026e leicht abwärts, GJ 2027e aufwärts)0
L9: Kurs gg. 6 Monate+50,2 %+1
L10: Kurs gg. 1 Jahr+82,8 %+1
L11: Kursmomentum steigendL9 und L10 beide positiv0
L12: Dreimonatsreversal (Kurs vs. DAX)1 von 3 Monaten Kurs > DAX0
L13: Gewinnwachstum (EPS)EPS GJ 2026e 1,73 → GJ 2027e 2,77 (+60 %)+1
Gesamt0 / 13
* L6 (Analystenmeinungen) ist im Levermann-System konträr gewertet: Mehrheitliche Kaufempfehlungen signalisieren laut Levermann fehlendes Überraschungspotenzial.
** L8 basiert auf EPS-Revisionen der letzten 30 Tage (Gravitrade Datenprovider): Für GJ 2026e standen 4 Aufwärts- 8 Abwärtsrevisionen gegenüber (Konsens 1,75 → 1,73 EUR), für GJ 2027e 10 Aufwärts- 2 Abwärtsrevisionen (2,72 → 2,77 EUR). Beide Veränderungen liegen unter der 5-%-Schwelle.
*** L4 mischt berichtete IFRS-Gewinne je Aktie der Geschäftsjahre 2023–2025 (2,39 / 0,98 / 0,77 EUR) mit dem bereinigten Konsens-EPS für 2026e und 2027e (1,73 / 2,77 EUR); Durchschnitt 1,73 EUR. Auf durchgehend bereinigter Basis (2023–2025: 2,62 / 1,87 / 1,39 EUR) ergäbe sich ein Fünfjahres-KGV von rund 28 – ebenfalls über der Schwelle von 25, das Ergebnis −1 bleibt unverändert.
Bewertung: Der Score von 0 ergibt sich aus einem Patt zwischen fünf positiven und fünf negativen Kriterien. Positiv wirken die starke Bilanz (L3), die Ertragskraft (L2), das noch positive Kursmomentum (L9, L10) und das erwartete Gewinnwachstum von 60 % (L13). Dagegen stehen die im zyklischen Tal gedrückte Eigenkapitalrendite (L1), die hohe Bewertung (L4, L5), der konträr gewertete Kaufkonsens (L6) und negative Kursreaktionen auf die letzten drei Quartalszahlen (L7) – die Aktie fiel an den Berichtstagen im Februar, Mai und August trotz jeweils guter Zahlen. Nach Levermann-Systematik resultiert daraus die Einstufung Verkaufen. Die Bewertung ist stichtagsabhängig: Auf Basis des Konsens-EPS für das im Oktober beginnende Geschäftsjahr 2027 (2,77 EUR) läge das KGV bei 21,1 und L5 bei 0 Punkten.

Value-Score: Teuer

Ergänzend zum Levermann Score wird die Infineon Aktie anhand von sechs datengestützten Value-Kriterien bewertet:
KriteriumWertBewertung
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)4,37– Hoch
Freier-Cashflow-Rendite~2,4 % auf MarktKap (bereinigter FCF 2026e)– Niedrig
NAV-Abschlag (Kurs vs. Buchwert je Aktie)337 % Aufschlag auf 13,38 EUR– Hoher Aufschlag
Dividendenrendite nachlaufend0,60 %– Niedrig
EV/EBITDA21,6– Erhöht
Verschuldungsgrad (Debt/Equity)0,38+ Solide
Ergebnis: 1 von 6 Kriterien positiv → teuer bewertet. Selbst nach der Korrektur um mehr als ein Drittel liegen alle Bewertungs-Multiples deutlich über klassischen Value-Schwellen – der Markt bezahlt das erwartete Gewinnwachstum, nicht die Substanz. Erst auf Basis des Konsens-EPS für das Geschäftsjahr 2027 (2,77 EUR) sinkt das KGV auf rund 21 und damit in die Nähe des langjährigen Sektordurchschnitts.

Analysten-Konsens und Kursziel

Der folgende Chart zeigt den historischen Kursverlauf der Infineon Aktie über das letzte Jahr sowie die Analysten-Prognose für den 12-Monats-Horizont.
Infineon Aktie Kursziel und Analysten-Prognose 2026/2027 mit Prognosekegel
Analysten-Empfehlung
Kauf-
en
79,2 %
empfehlen Kaufen (n=24)
Kaufen79,2 %
Halten20,8 %
Verkaufen0,0 %
Quelle: Externer Analystenkonsens; EPS-Schätzungen: Gravitrade Datenprovider  ·  Stand 2026-09-04
Kursziel (12 Monate)
87,32 €
Aktuell ~58,51 € +49.2 %
Höchstes Ziel
124,00 €
Niedrigstes Ziel
50,00 €
Schätzungen
24
Quelle
Externer Analystenkonsens; EPS-Schätzungen: Gravitrade Datenprovider
EPS-Prognosen
Q4 GJ 2026
September 2026
GJ 2026
September 2026
GJ 2027
September 2027
EPS Schätzung (Ø)
0,62 €
1,73 €
2,77 €
EPS Spanne
0,59–0,64
1,52–1,83
2,23–3,40
EPS Vorjahr
0,34 €
1,39 €
1,73 €
EPS-Trend (30 Tage)
▲ aufgewertet
▲ aufgewertet
▲ aufgewertet
24 Analysten haben ein durchschnittliches Kursziel von 87,32 EUR für die Infineon Aktie abgegeben (Stand 4. September 2026) – ein Potenzial von +49,2 % gegenüber dem aktuellen Kurs. 79 % der Analysten empfehlen Kaufen, 21 % Halten, 0 % Verkaufen. Die Kurszielspanne reicht von 50 EUR bis 124 EUR; das tiefste Kursziel liegt damit rund 15 % unter dem aktuellen Kurs. Zwei Änderungen aus der Folgewoche sind im Durchschnitt noch nicht enthalten und heben sich in der Verteilung auf: Warburg Research stufte am 7. September auf Kaufen hoch (Kursziel 84 EUR), Morgan Stanley senkte am 8. September von Übergewichten auf Gleichgewichten und das Kursziel von 81 auf 65 EUR – die Analysten sehen die Markterwartungen für das Rechenzentrumsgeschäft als weitgehend ausgereizt. Rechnerisch drückt die Morgan-Stanley-Senkung den Durchschnitt um rund 0,7 EUR; die Deutsche Bank bestätigte am 7. September Kaufen mit Kursziel 85 EUR. Die Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr (bereinigtes EPS 1,73 EUR) wurden in den letzten 30 Tagen minimal gesenkt, jene für das Geschäftsjahr 2027 (2,77 EUR) angehoben. Der Konsens erwartet damit einen Gewinnsprung von 60 % – getrieben vom KI-Rechenzentrumsgeschäft, dessen Umsatzziel für 2027 das Management im November anheben will.
Analysten-Ratings und Kursziele: externer Analystenkonsens (24 Analysten), Stand 4. September 2026; Einzeländerungen vom 7./8. September 2026 im Text ergänzt. Kursziele beziehen sich auf einen 12-Monats-Horizont.
EPS-Schätzungen und Revisionen: Gravitrade Datenprovider (Analystenprognosen extern, bereinigtes EPS). Guidance und KI-Umsatzziele: Infineon Investor Relations, Ergebnismitteilung und Analystenkonferenz vom 5. August 2026.

Trading-Strategien für die Infineon Aktie

Welche Trading-Strategie hat für die Infineon Aktie historisch am besten funktioniert? gravitrade hat drei vorgefertigte Strategietypen über einen Zeitraum von 10 Jahren (September 2016 bis September 2026) backtestet – mit 1.000 EUR Startkapital und Vergleich zur passiven Buy-and-Hold-Strategie. Weder Dividendenzahlungen noch Transaktionskosten sind in der Simulation berücksichtigt.
Hinweis: Backtests basieren auf historischen Kursdaten und sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Vergangene Strategieergebnisse garantieren keine zukünftigen Gewinne. Die dargestellten Strategievorlagen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageempfehlung dar.
Zum Vergleich: Eine passive Buy-and-Hold-Strategie hätte über 10 Jahre eine Performance von +305,34 % (+3.038 EUR) erzielt – musste dabei aber einen zwischenzeitlichen Rückgang von 58,11 % aushalten. Keine der drei Strategievorlagen erreichte diese Rendite; zwei von drei reduzierten das Risiko jedoch drastisch.
StrategiePerformance (10J)Profit-KoeffizientMax. VerlustOrdersHalte-Verhältnis
Trendfolge+187,13 % (+1.848 €)1,84-13,48 %20951,10 %
Breakout+128,86 % (+1.269 €)1,57-19,51 %11572,30 %
Mean Reversion+183,29 % (+1.808 €)3,56-53,28 %6744,10 %
Buy & Hold (Referenz)+305,34 % (+3.038 €)––––
Trendfolge: Mit +187,13 % das beste Ergebnis der drei Vorlagen – das eigentliche Argument ist aber der maximale Verlust von nur −13,48 % gegenüber −58,11 % bei Buy & Hold. Der Preis dafür: 209 Orders in zehn Jahren, also rund 21 pro Jahr, und ein Halte-Verhältnis von nur 51,1 %. Das Signal steigt in Range-Phasen häufig ein und wieder aus, was ohne Transaktionskosten in der Simulation folgenlos bleibt, in der Praxis aber Rendite kostet. Von den drei Vorlagen historisch die Variante mit dem geringsten Drawdown.
Breakout: Mit +128,86 % das schwächste Ergebnis, obwohl die Vorlage mit 72,3 % Halte-Verhältnis am längsten investiert war. Ein Profit-Koeffizient von 1,57 bei 115 Orders deutet auf viele Fehlausbrüche in den Range-Phasen hin – der maximale Verlust von −19,51 % blieb aber moderat.
Mean Reversion: +183,29 % mit dem höchsten Profit-Koeffizienten (3,56) und nur 67 Orders – die Rückkäufe nach Übertreibungen funktionierten in der langen Seitwärtsphase gut. Der Preis dafür ist ein maximaler Verlust von −53,28 %, kaum besser als Buy & Hold: Wer gegen den Trend kauft, fängt bei Infineon auch die großen Abstürze wie im Frühjahr 2025 oder Sommer 2026 ein. Historisch war die Vorlage damit mit einem Drawdown verbunden, der kaum unter dem von Buy & Hold liegt.
Alle drei Strategien können im gravitrade Strategie-Editor mit eigenen Parametern angepasst und für die Infineon Aktie oder andere Wertpapiere weiterentwickelt werden.
Backtest-Simulation: gravitrade Strategie-Editor, 10 Jahre (09.09.2016–09.09.2026), 1.000 EUR Startkapital. Weder Dividendenzahlungen noch Transaktionskosten berücksichtigt. Historische Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Fazit: Tendenz HALTEN

Drei unabhängige Score-Systeme sowie der Analysten-Konsens liefern für die Infineon Aktie folgendes Gesamtbild:
Piotroski
F-Score
Halten
4 / 9
Profitabel mit starkem Cashflow, aber fünf Kriterien im zyklischen Abschwungjahr GJ 2025 rückläufig.
0 schwach9 stark
Levermann
Score (Large Cap)
Verkaufen
0 / 13
Solide Bilanz und Gewinnwachstum werden von hoher Bewertung, Kaufkonsens und negativen Kursreaktionen aufgezehrt.
-13 Verk. Kauf ≥4 +13 Kauf
Value-Score
datengestützt
Teuer
1 / 6
Alle Bewertungs-Multiples weit über Value-Schwellen; nur die Verschuldung wertet positiv.
0 teuer6 günstig
Analysten
Konsens (n=24)
Kaufen
79,2 %
empfehlen Kaufen
Kaufen
79 %
Halten
21 %
Verk.
0 %
Für Infineon spricht: Der Zyklus hat gedreht – Rekordumsatz im dritten Quartal, angehobene Jahresprognose, ein Schlussquartal mit erwarteten 23 % Segmentergebnis-Marge und ein Auftragsbestand von knapp 30 Mrd. EUR. Im KI-Rechenzentrumsgeschäft ist Infineon nach eigener Darstellung in Allokation, mehrjährige Kapazitätsreservierungen im hohen einstelligen Milliardenbereich sichern Umsatz über Jahre. Die Bilanz ist mit 56,9 % Eigenkapitalquote robust, der Konsens erwartet für das Geschäftsjahr 2027 ein Gewinnplus von 60 %, und 79 % der Analysten empfehlen Kaufen bei einem Kursziel-Potenzial von +49,2 %.
Was das Bild trübt: Die Bewertung bleibt auch nach der Korrektur anspruchsvoll – KGV 34 auf das laufende Geschäftsjahr, KBV 4,4, EV/EBITDA 21,6, FCF-Rendite 2,4 %, Value-Score 1/6. Die Aktie hat an den letzten drei Berichtstagen jeweils verloren, notiert 34 % unter dem Juni-Hoch, und mit Morgan Stanley hat sich nach UBS ein zweites großes Haus mit dem Argument ausgereizter Erwartungen an die Seitenlinie gestellt; der Levermann Score von 0 signalisiert formal Verkaufen. Hinzu kommen die Abhängigkeit vom chinesischen Markt (rund 40 % des Umsatzes), der schwache Free Cashflow durch die auf 2,7 Mrd. EUR erhöhten Investitionen und die Frage, ob die KI-Nachfrage die weiterhin verhaltene Auto- und Consumer-Nachfrage dauerhaft überkompensiert.
Gesamtbewertung: HALTEN. Operative Dynamik und Analystenkonsens stehen einer teuren Bewertung und einem angeschlagenen Chartbild gegenüber – die Scores widersprechen sich entsprechend (Piotroski solide, Levermann Verkaufen, Value teuer, Analysten Kaufen). Für investierte Anleger mit mehrjährigem Horizont liefern die Daten keinen zwingenden Verkaufsgrund, solange der KI-Hochlauf planmäßig läuft. Quantitativ liefern die Daten derzeit kein Einstiegssignal; die beiden Ereignisse, die das Bild verändern könnten, sind eine Rückkehr über den 50-Tage-Durchschnitt und die für November angekündigte Anhebung der 2027er-Ziele.

Häufige Fragen zur Infineon Aktie

Welche Trading-Strategie eignet sich für die Infineon Aktie?

Im 10-Jahres-Backtest (September 2016 bis September 2026, 1.000 EUR Startkapital) erzielte die Trendfolge-Vorlage mit +187,13 % das beste Ergebnis der drei Strategievorlagen – bei einem maximalen Verlust von nur −13,48 %. Mean Reversion kam auf +183,29 % bei −53,28 % maximalem Verlust, Breakout auf +128,86 %. Alle drei blieben hinter Buy & Hold (+305,34 %, maximaler Verlust −58,11 %) zurück. Die Strategien lassen sich im gravitrade Strategie-Editor anpassen; historische Backtest-Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.

Wie hoch ist die Infineon Dividende 2026?

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Infineon im Februar 2026 eine unveränderte Dividende von 0,35 EUR je Aktie (Ex-Datum: 20. Februar 2026), was einer Dividendenrendite von rund 0,60 % entspricht. Die Dividendenpolitik sieht mindestens eine stabile Dividende vor; angesichts des erwarteten Gewinnanstiegs im Geschäftsjahr 2026 ist eine Erhöhung bei der nächsten Hauptversammlung im Februar 2027 möglich, aber nicht angekündigt.

Was ist das aktuelle Kursziel für die Infineon Aktie?

24 Analysten geben im Durchschnitt ein 12-Monats-Kursziel von 87,32 EUR an (Stand: 4. September 2026) – ein Potenzial von rund +49 % gegenüber dem aktuellen Kurs von ~58,51 EUR. Die Spanne reicht von 50 EUR (tiefstes Kursziel) bis 124 EUR (höchstes Kursziel). 19 Analysten empfehlen Kaufen, 5 Halten, keiner Verkaufen; Morgan Stanley senkte das Kursziel am 8. September auf 65 EUR, Warburg Research stufte tags zuvor auf Kaufen hoch.

Warum ist die Infineon Aktie teuer bewertet?

Trotz der Korrektur um mehr als ein Drittel seit Juni 2026 liegen alle Bewertungskennzahlen über Value-Schwellen: KGV 34 auf Basis des bereinigten Konsens-EPS 2026 (64 auf IFRS-Basis), KBV 4,37, EV/EBITDA 21,6, FCF-Rendite rund 2,4 % und Dividendenrendite 0,60 %. Der Markt bezahlt das erwartete Gewinnwachstum aus dem KI-Rechenzentrumsgeschäft – auf Basis des Konsens-EPS 2027 (2,77 EUR) sinkt das KGV auf rund 21.

Was sagt der Piotroski F-Score über Infineon aus?

Der Piotroski F-Score beträgt 4/9 (Basis: Geschäftsjahr 2025 vs. 2024). Erfüllt sind positive Kapitalrendite, positiver und den Gewinn deutlich übersteigender operativer Cashflow sowie eine unveränderte Aktienanzahl. Nicht erfüllt sind fünf Verbesserungskriterien, weil Margen, Kapitalrendite, Kapitalumschlag und Liquidität im zyklischen Abschwungjahr 2025 zurückgingen und die Marvell-Übernahme die Verschuldung erhöhte.

Was bedeutet der Levermann Score 0/13 für Infineon?

Für Large Caps gilt nach Levermann: ≤ 2 Punkte = Verkaufen. Der Score von 0 entsteht aus einem Patt: Starke Bilanz, EBIT-Marge, positives Kursmomentum und erwartetes Gewinnwachstum von 60 % (jeweils +1) stehen niedriger Eigenkapitalrendite, hoher Bewertung, konträr gewertetem Kaufkonsens und negativen Kursreaktionen auf Quartalszahlen (jeweils −1) gegenüber. Das formale Verkaufssignal ist bewertungs- und stimmungsgetrieben, nicht Ausdruck operativer Schwäche.

Wie wird der Value-Score berechnet?

Der Value-Score ist eine eigenständige, datengestützte Bewertung auf Basis von sechs Kriterien: Kurs-Buchwert-Verhältnis, Freier-Cashflow-Rendite, NAV-Abschlag, Dividendenrendite, EV/EBITDA und Verschuldungsgrad. Jedes Kriterium wird binär bewertet (+1 günstig / 0 neutral oder negativ). Eine Aktie gilt als günstig bei ≥ 4/6, als fair bei 3/6 und als teuer bei ≤ 2/6. Infineon erreicht 1/6 und gilt damit als teuer bewertet.

Quellen

[IR-Q3]
Infineon Technologies AG, Ergebnismitteilung Q3 GJ 2026 (Quartalsmitteilung per 30. Juni 2026), 5. August 2026 https://www.infineon.com/row/public/documents/corporate/press/2026/infpr202608-125e.pdf
[IR-CALL]
Infineon Technologies AG, Analyst Call Q3 FY26 – Intro Statement (J. Hanebeck, S. Schneider), 5. August 2026 https://www.infineon.com/row/public/documents/corporate/investors/presentations/2026/2026-08-05-q3-fy26-intro-statement-analyst-call-v01-00-en.pdf
[IR-Q1]
Infineon Technologies AG, Ergebnismitteilung Q1 GJ 2026, 4. Februar 2026 https://www.infineon.com/row/public/documents/corporate/press/2026/infxx202602-042e.pdf
[IR-FY25]
Infineon Technologies AG, Ergebnismitteilung Q4 und Geschäftsjahr 2025 (inkl. Konzernbilanz, Kapitalflussrechnung, Dividendenvorschlag), 12. November 2025 https://www.infineon.com/row/public/documents/corporate/press/2025/infxx202511-021e.pdf
[IR-AR]
Infineon Technologies AG, Geschäftsberichte 2021–2025 (Fünfjahresübersicht Umsatz, Ergebnis, EPS) https://www.infineon.com/about/investor/reports-presentations/annual-reports
[IR-FIN]
Infineon Technologies AG, Investor Relations – Financial Results (Quartalsberichte, Präsentationen) https://www.infineon.com/about/investor/reports-presentations/financial-results
[OMDIA]
Omdia Power Semiconductor Market Share Database (Nr. 1 Leistungshalbleiter) und Semiconductor Market Share Competitive Landscaping Tool 4Q25 (Nr. 1 Mikrocontroller, 23,2 % Marktanteil 2025), zitiert in Infineon Company Presentation Q3 FY26 und Pressemitteilung vom 10. März 2026 https://www.infineon.com/press-release/2026/infxx202603-066
[GT-DP]
Gravitrade Datenprovider: XETRA-Kurshistorie (3 Jahre), Bewertungskennzahlen, EPS-Konsens und -Revisionen, Dividendenhistorie, Stand 1. September 2026; Schlusskurse 7./8. September 2026 ergänzt
[KONSENS]
Externer Analystenkonsens (24 Analysten): Ratings, Kursziele und Kurszielspanne, Stand 4. September 2026; Einzeländerungen Warburg Research (7. September 2026: Kaufen, 84 EUR) und Morgan Stanley (8. September 2026: Equal-weight, 65 EUR)
[GT-SE]
gravitrade Strategie-Editor: Backtest-Simulationen Trendfolge, Breakout, Mean Reversion (09.09.2016–09.09.2026, 1.000 EUR Startkapital)

Disclaimer

Diese Analyse wurde durch eine KI-gestützte Research-Assistenz erstellt. Alle verwendeten Fundamentaldaten basieren auf dem zuletzt verfügbaren Quartalsbericht (5. August 2026); Kurs- und Analystendaten Stand 8. September 2026 sowie öffentlich verfügbaren Quellen. Kurse und Kennzahlen unterliegen laufenden Veränderungen und können sich bis zum Zeitpunkt des Lesens verändert haben. Die Analyse stellt keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen zugelassenen Finanzberater. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Angaben ohne Gewähr.
Kira – gravitrades KI-gestützte Research-Assistenz · gravitrade.at · Stand: September 2026